Tag-Archiv für » Brass «

09 | 06 | 2010

Freunde der zünftigen Blasmusik

Geschrieben von um 21:42 Uhr

“I bin Bauersbauern Dirndl / du bist Bauersbauern Bua / Mog di gern / doch de Stravanzerl / san ma gnua / san ma gnua.” Gäbe es nicht die Website, ich hätte keine Ahnung, was genau der Text von “Bauersbua” bedeutet. Aber egal. Hauptsache, es rockt. Und es rockt ganz gewaltig, was die  – nun ja – Blaskapelle “La Brass Banda” auf die Bühne bringt. Die fünf Musiker Olli, Sepp, Hans, Yossarian und Manu aus Oberbayern spielen eine eigenständige Kreuzung aus Jazz und Funk mit Anleihen bei Hip Hop und Elektronika. Wer Referenzen haben will: Youngblood Brass Band und Hypnotic Brass Ensemble. Allen anderen sei zu dieser Platte geraten und dem Besuch der Konzerte. Hier haben wir einen Fall von Volksmusik, die weder tümelt noch stadelt, schlagert oder kitscht.

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24 | 07 | 2009

Hypnotic Underground

Geschrieben von um 21:51 Uhr

Hypnotic Brass Ensemble Es hat ein wenig gedauert mit dem offiziellen Debut des Hypnotic Brass Ensemble. Nach einigen selbst vertriebenen EPs musste sich erst Damon Albarn in den Livesound des Oktets verlieben, damit bei Honest Jon ein professionell produziertes Album als CD, MP3 und Vinylplatte erscheinen konnte. In der Brassband spielen neben dem Schlagzeuger sieben Brüder, nämlich die Söhne des Trompeters und zeitweiligen Members of the Sun Ra Arkestra, Phil Cohran. Er gehörte Mitte der 1960er Jahre zur den Gründern der “Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM)”, einer Vereinigung von Freejazz-Musikern, die sich unter anderem der Nachwuchsförderung verschrieben hat. Die jungen Musiker kommen jedoch aus einer anderen Tradition — aber es ist vielleicht besser, sie zu hören. Wenn sie nicht gerade auf einer Welttournee durch Europa sind, stehen sie regelmäßig auf irgendeinem Platz oder U-Bahnhof in New York oder Chicago und geben ein Free Concert.

Hypnotic Brass Ensemble

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10 | 07 | 2009

Nordic Jazz Thing

Geschrieben von um 21:25 Uhr

Geir Lysne Listening Ensemble - The Grieg CodeKlassik goes Jazz? Da gehe ich normalerweise lieber aus dem Weg. In diesem Fall ist es jedoch anders, denn bei dem sehr umtriebigen Label ACT ist eine kongeniale Produktion erschienen, die alle Klischees vermeidet. Keine zwitschernde Morgenstimmung also. Im Gegenteil, es ist echter Nordic Jazz mit unterkühlten, horizontlosen Klanglandschaften und einem satten Groove.  Der norwegische Saxophonist, Komponist und Bigband Leader Geir Lysne bearbeitete für eine Auftragsarbeit die Musik des norwegischen Romantikers Edvard Grieg. Er legte die Kompositionen unter das Jazzmikroskop und präparierte vorsichtig einige Elemente heraus. Durch Verfremdung, Transponierung, Time-Stretching, kantige Phrasierung und vor allem das voluminöse, in allen Klangfarben schillernde Spiel seines 13köpfigen “Listening Ensembles” entstand ein Bigband-Werk mit einem völlig eigenen Charakter. Zusammen mit dem “Andromeda Mega Express Orchestra” und  “Darcy James Argue’s Secret Society” die Brassound-Entdeckung des Jahres für mich.

Geir Lysne Listening Ensemble — The Grieg Code

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01 | 07 | 2009

Kleine Soziologie des Ensemblespiels

Geschrieben von um 20:05 Uhr

The Andromeda Mega Express Orchestra - Take OffDas nenne ich Eklektizismus reinster Sorte: Musik wie aus einem Tex Avery Comicfilm, die Theatralik des Sun Ra Arkestra, das orchestrale Geflirre Bela Bartoks oder Anton Weberns und das Ensemblespiel der Swingtime mit ganz viel musikalischer Kraft zu einem Cocktail mischen und das alles dem geneigten Hörer mit einem multinationalen, 20köpfigen Orchester aus Jazzern und Klassikern überreichen. Fantastisch. Umwerfend. Charmant. Das “Andromeda Mega Express Orchestra” des Komponisten Daniel Glatzel ist der Versuch, einfach mal was Neues und Eigenes zu machen. Er sucht seine Vorbilder nicht dort, wo sie im Postjazz gemeinhin herkommen und so ist “Take Off” ist eine irrwitzig energiereiche Platte, die mir die Kopfhörer an den Ohren festgebrannt hat — das passiert nicht alle Tage, so dass ich es hiermit öffentlich dokumentiere.

The Andromeda Mega Express Orchestra — Take Off

Und live sieht das Ganze so aus:

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