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30 | 07 | 2011

Aussiefunk mit Afrobeat

Geschrieben von um 14:41 Uhr

Afrofunk in Australien? Das 10köpfige Ensemble “The Liberators” kommt aus Down Under Sydney, der neuen Adresse für die Liason von knackigem Afrobeat und messerscharfen Funksounds. Auf Soundcloud findet sich gleich das ganze Album in voller Länge und höchster Klangqualität. Deshalb hat es dann auch einige Zeit gedauert, bis ich mich für ein Stück als Hörprobe entscheiden konnte. Nehme ich jetzt das chillig aus der Hüfte loungende “Let it go”, das Crimejazz-Anthem “Bulletproof”, den energiegeladenen Dancefloor-Stomper “Multiculture” oder etwas ganz anderes – zum Beispiel die Afrobeat-Hommage “Denga”? Schließlich habe ich mich für “Bulletproof” entschieden, eine Funkjazz-Variation mit einem wirklich schönen Tenorsolo. Die Schwierigkeit, ein besonders gutes Stück auszuwählen, spricht eindeutig für das Album, denn es ist von gleichbleibender Kraft – kein schwaches Stück zwischendurch, keine Komprimisse.

THE LIBERATORS – Bulletproof by The Liberators – Afrofunk

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22 | 07 | 2011

Version / Standard

Geschrieben von um 22:08 Uhr

Im klassischen und modernen Jazz werden häufig Standards gespielt. Das sind bekannte und erfolgreiche Kompositionen, die immer wieder von jüngeren Musikern aufgegriffen und neu interpretiert werden. In anderen Musikrichtungen ist die Neuaneignung von Tradition als Remix, Version oder Cover bekannt.

Vor allem in elektronischer Musik und hier in erster Linie in den verschiedenen Dancefloor-Genres gibt es zu jedem einigermaßen erfolgreichen Stück sofort Dutzende, teilweise hunderte Remixe. Ein kleiner Teil stammt von prominenten Producern und erscheint auf Maxi oder in Label-Compilations. Der größere Teil wird von Musikfans und Bedroom-Produzenten via Internet vertrieben.

2005 erschien die EP “Rej” des Produzentenduos Âme. Das Titelstück entwickelte sich binnen kurzem zu einem Clubhit, der bis heute hunderte von Remixes nach sich zog. Auch heute wird der Track in vielen Clubs gerne gespielt und ist damit ein Klassiker geworden. Einige Musiker haben sich von dem minimalistischen Track faszinieren lassen, ihn als Standard interpretiert und akustische Versionen arrangiert.

Der Originalmix  ist ein typisches Dancefloorbrett mit viel Groove und einem hypnotisch wirkenden Spannungsbogen. Das Arrangement von Christian Prommer (hier in einer Liveversion) behält den Groove und die “Move your Ass”-Atmosphäre des Originals bei, umspielt die gnadenlose Spannung mit Improvisationsmäandern. Das  Sonar Kollektiv Orchester geht ganz anders vor. Es verwandelt “Rej” in eine Klangkathedrale, die auch ein Komponist aus dem Umfeld der Minimal Music geschaffen haben könnte.

Viel Spaß beim Hören. PLAY IT LOUD!

Âme – Rej / Christian Prommer – Rej / Sonar Kollektiv Orchester – Rej

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