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22 | 01 | 2010

Synthese mit Sequencer

Geschrieben von um 21:24 Uhr

Wolfgang Haffner - Round SilenceDie kreative Verbindung aus Improvisationsmusik und Sequencersounds heißt Nu Jazz und gerinnt viel zu oft zu einer im musealen Klischee erstarrten Retromucke. In diese Falle gerät der Schlagzeuger Wolfgang Haffner nicht. Er gehört zu den international gefragten Jazzern und konnte mit Roy Ayers, Klaus Doldinger, Jan Garbarek, Albert Mangelsdorff, Pat Metheny, Lalo Schifrin, McCoy Tyner und Fred Wesley spielen. Außerdem erarbeitete er sich ein eigenständiges Profil als Komponist und Produzent von klischeefreiem Nu Jazz, der zahlreiche Einflüsse aus den elektronischen Genres integriert. Vor vier Jahren startete er mit “Shapes” einen Ausflug in die Welt der elektronischen Barsounds, deutlich inspiriert von Deep House und Drum&Bass. 2008 erschien “Acoustic Shapes“, eine Übersetzung der Lounge-Klänge für ein klassisches Jazztrio mit Lars Danielsson am Bass und Hubert Nuss am Piano. Das neue Album “Round Silence” experimentiert ebenfalls mit Musik aus verschiedenen Quellen und ist eine geglückte Synthese aus den beiden letzten Platten — also Jazz ohne Beiwort.

Wolfgang Haffner – Round Silence

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21 | 01 | 2010

Helden von früher: Wayne Horvitz

Geschrieben von um 0:11 Uhr

Es ist Pfingsten 1987. Die Tage sind heiß und sonnig. Doch jetzt, am Montag, gegen zehn Uhr, ist es noch recht angenehm im Freizeitpark Moers, dem Schauplatz des New Jazz Festivals. Wie jeden Morgen besuche ich die Projekte in der Musikschule. Ich muss nicht sehr weit gehen, mein Schlafplatz ist auf einer Turnmatte in der Sporthalle des Gymnasiums neben dem Festivalgelände. Mein Ziel ist das “New York Composers Project”, auf dem einige meiner Lieblingsmusiker spielen — die Pianisten Robin Holcomb und Wayne Horvitz, der Posaunist Jim Staely, der Bassist David Hofstra und der Drummer Robert Previte. weiterlesen

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07 | 01 | 2010

Hals über Jazz

Geschrieben von um 23:02 Uhr

Portico Quartet - Knee-Deep in the NorthseaBritjazz als Altersstil für den Noisemusic-gestählten Vielhörer? Wer sich wie der Jazzpartisan gerne mal knackig-knarzige Kapellen wie Acoustic Ladyland, Polar Bear oder Get The Blessing anhört, könnte auf die Idee kommen. Diese Jazzer lassen es gewaltig krachen — noch so ein K-Wort. Das Portico Quartet ist dagegen weniger auf krassen Schmerzjazz aus. Es groovt, die Perkussion klingt milde exotisch nach Steeldrums (laut der englischen Wikipedia eine Hang aus der Schweiz, was auch immer das jetzt wieder ist) und das Saxophon mäandert in den oberen Lagen irgendwo zwischem spätem Garbarek und frühem Coltrane. Also World Music? Nein, die vier Londoner klingen so, als hätten sie den Groove und den Pulse gerade erst erfunden und wollten möglichst viele Leute auf die Tanzfläche treiben. Knietief im Sound, bis zum Hals im Jazz.

Portico Quartet – Knee-Deep in the North Sea

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