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12 | 09 | 2008

Partisanfolk

Geschrieben von um 19:14 Uhr

Folk? Ist das nicht dieses Gegniedel und Geschrammel mit der Guitarre, wo verwuschelte Leute verwirrten Blickes verwaschenen Gesang zum besten geben? So hatte ich jedenfalls lange Zeit gedacht — bis mich die wirklich sehr, sehr jungen und wirklich sehr, sehr guten Fleet Foxes eines Besseren belehrten. Die fünf Musiker aus Seattle werden gerne mit den Beach Boys verglichen, da sie ebenfalls die Kunst des harmonischen Ensemblegesangs und der Popmelodie pflegen. Das scheint mir ein bißchen weit hergeholt; doch wenn schon Referenzwerke herbeizitiert werden sollen: Der Eindruck, den diese Platte und diese Band bei mir hinterlässt, ist ungefähr der gleiche wie vor mehr als 20 Jahren Prefab Sprout mit “Steve McQueen”. Ich wusste schon nach wenigen Sekunden Vorhören im Plattenladen: Das ist es, das soll es sein. Doch nur der Eindruck ist gleich. Die Fleet Foxes haben so wenig mit Prefab Sprout wie mit den Beach Boys zu tun und auch sonst wenig mit dem, was mir das Folkhören bislang oft schwer gemacht hat. Sie sind eigenständige, herausragende Musiker, die ein außerordentliches Album gemacht haben.

Fleet Foxes – Fleet Foxes (auf Vinyl mit Bonus-EP “Sun Giant”)

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11 | 09 | 2008

Mutatis mutandis

Geschrieben von um 20:38 Uhr

Christian Prommer’s Drumlesson Live im De Kreun, Kortrijk, Belgien

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10 | 09 | 2008

Für immer rocken

Geschrieben von um 20:55 Uhr

Wie klingt Rockabilly, der von einem Jazzquintet (oder so) gespielt wird? Wie Jazz selbstverständlich — allerdings wie Jazz zum Tanzen. The Five Corners Quintet ist ein Projekt des finnischen Komponisten Tuomas Kallio, dem die Jazzszene zu hüftsteif war. Also hat er sich Musiker gesucht, die Lust hatten, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und live in Dancefloorclubs zu spielen. Auf Tonträger ist das ganze unter anderem beim finnischen Postjazz-Label Ricky-Tick zu hören. Die neue Veröffentlichung ist eine 10-Zoll-EP mit Sammelwert — ebenso weit weg von allglattem Nu-Jazz wie von den ewiggleichen Improvisationsfiguren. Die rocken, die Finnen.

The Five Corners Quintet – Hot Corner EP

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09 | 09 | 2008

Verteidigung des Lebens

Geschrieben von um 19:32 Uhr

In Gedenken an Esbjörn Svensson (* 16. April 1964, † 14. Juni 2008)

So geht das: Drei fantastische Musiker (Das Esbjörn Svensson Trio mit Esbjörn Svensson am Klavier, Dan Berglund am Bass und Magnus Öström am Schlagzeug) betreten Anfang 2007, mitten im australischen Sommer, ein Studio in Sydney und spielen zwei Tage lang die Festplatte voll. Anschließend nehmen sie das Ergebnis und kneten es noch ein wenig, verfremden es mit Geräuschen aus Transistorradios und elektronischen Schaltkreisen. So geht das: Eines der besten Alben des Jahres 2008 einspielen. Manchmal mehr Drum’n'Bass, immer ein bißchen melancholisch, oft auf eine angenehme Weise frickelig und ganz auf der Höhe der Zeit. Diese Musik wird uns in Zukunft fehlen.

Esbjörn Svensson Trio (E.S.T.) – Leucocyte

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