Archiv » Juli, 2008 «

24 | 07 | 2008

Von den Alten lernen

Geschrieben von um 21:30 Uhr

Standards sind das Blut im Kreislauf des Jazz. Sie erhalten ihn am Leben und versorgen ihn mit Kraft. Zwei 60er-Standards gründen auf dem Zusammenspiel des Trompeters Freddie Hubbard mit den Pianisten Herbie Hancock (Cantaloupe Island) und Cedar Walton (Little Sunflower). Sie wurden sofort aufgegriffen und immer wieder neu interpretiert. Doch nach der allmählichen Erstarrung des Jazz-Hauptstroms haben sich ihre Wege getrennt. Das Leitmotiv von “Cantaloupe Island” ist durch seine Triphopisierung (US3, Cantaloop) zu einer Chiffre geworden — zu Tode geklimpert als akustischer Marker für coolen Jazzsound in coolem Ambiente. “Little Sunflower” dagegen blieb immer spielbar und wurde von Cedar Walton kürzlich neu erfunden.

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15 | 07 | 2008

Verliebt in diesen Sound

Geschrieben von um 19:18 Uhr

Dillon – Contact us (Ludwig, 7″)

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12 | 07 | 2008

Helden von früher: John Zorn

Geschrieben von um 22:42 Uhr

John Zorn hatte ich für lange Zeit vom musikalischen Radar verloren. Nach viel zu vielen Japan-Trashpunk-Platten mit Bondage-Coverart war er in einer anderen Dimension gestrandet und selbst meine Langstrecken-Soundscanner konnten ihn nicht mehr erfassen. Dann sah ich diese Platte mit dem skurrilen Kindercomic-Cover — und siehe da: John Zorn, wie ich ihn mag. Eine It’s-only-Jazz-but-we-like-it-Platte, ein spielfreudiges Album mit einem deutlich experimentellen Charakter, das aber nicht im Klangsolipsismus verläppert, sondern jederzeit zum Hier und Jetzt aufschließen kann. Die Platte für Vornedran, Nebenbei, Hinterher und Stattdessen.

John Zorn – The Dreamers

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12 | 07 | 2008

Helden von früher: Marc Ribot

Geschrieben von um 21:54 Uhr

Ein altes Lieblingsstück von mir ist “Yo, I killed your God” von Marc Ribot & The Rootless Cosmopolitans vom 1992er Album “Requiem for What’s His Name”. Vor einiger Zeit ist mir der Titel wieder in den Sinn gekommen. Ich habe ihn als MP3 kodiert und dann zusammen mit einem Riesenhaufen Partisanjazz (Playlist) auf den Player meiner 16jährigen Patentochter kopiert — mehr als 50 für mich bedeutungsvolle Stücke; ein Riesenbrocken digitalisierter Vergangenheit und Gegenwart. weiterlesen

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10 | 07 | 2008

Elektronisches Doppel

Geschrieben von um 22:28 Uhr

Lässig vor sich hin groovender Techno; mit federnden Beats, knackigen Klangflächen und fabulösen Arpeggios. Das neue Album “Mango” von Sascha Funke zeigt den Berliner Technogott in Bestform. Funke gehört zu den wenigen Producern, die ein ganzes Album mit organisch wirkenden Klängen abliefern können. Es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig und groovt wie die Hölle. Das manchmal leicht melancholisch wirkende Album ist wie geschaffen für diesen Sommer 2008, der uns schon so oft im Stich gelassen hat.

Ein wenig erinnert mich “Mango” an das Album “Late Bloomers” von Guy Gerber. Während einer sehr arbeitsreichen Phase im letzten Jahr erfreute es mein Hirn via Kopfhörer, beinahe in Endlosschleife. Gerber bietet einen locker swingenden, von Deep House und Ambient beeinflussten, intelligent arrangierten Klangteppich. Kein ass-kickendes Geballer, kein Konzentration forderndes Gefrickel — einfach genau die richtige Platte zur Zeit.

Sascha Funke – Mango
Guy Gerber – Late Bloomers

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